Dienstag, 17. Juni 2008

Der Aufschwung, der keiner ist

Seit Monaten sieht es so aus, als ginge es bergauf in Deutschland. Die Arbeitslosenzahlen sind deutlich geringer als im Vorjahr. Doch leider ist das nur die halbe Wahrheit - oder noch ein bisschen weniger.

Bei den wichtigen Zahlen wird getrickst, was das Zeug hält. Von Vergleichbarkeit ("niedrigster Stand seit der Wiedervereinigung") kann eigentlich gar nicht mehr die Rede sein. Denn seit der Kohl-Ära bemühen sich alle Regierungen (inkl. die von Helmut K.) laut Süddeutscher Zeitung um schönere Zahlen.

3.413.921 Erwerbslose (April)
300.000 1 Euro-Jobber
200.000 unterstützte Selbständige
246.000 in "Qualifizierungsmaßnahmen"
300.000 geförderte Altersteilzeitler/Arbeitslose im Ruhestand
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4.459.921 Arbeitslose insgesamt (allesamt Zahlen der Agentur für Arbeit!)

Die Süddeutsche geht außerdem von 625.000 Menschen aus, die sich, "frustriert über ihre schlechten Vermittlungschancen, erst gar nicht bei den Arbeitsagenturen melden". Macht also insgesamt über 5 Millionen Menschen, die tatsächlich Arbeit suchen.

Wer da von "Vollbeschäftigung" redet, denkt offenbar nur an die nächsten Wahlen und an weitere Tricksereien, macht sich aber keine Gedanken über die Ursachen der Arbeitslosigkeit.

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